Nachlese

Liebe Ehemalige und Studierende des Instituts für Kunstpädagogik!


In Ergänzung zu unserem Bericht vom 18. Alumni-Treffen hier noch eine „Nachlese“ im doppelten Sinne – zum Nachlesen der gerade im UniReport Nr. 2 vom 5.April erschienene Nachruf für Albert Kiefer sowie ein weiterer Nachruf auf ihn – und eine weitere traurige Nachricht, von der wir erst jetzt erfahren haben.




Nachruf UniReport April 2018, S.26 aus Unireport_2-18


Albert Kiefer verstorben 


Geboren am 21.3.1918 verstarb Prof. Albert Kiefer nur einen Monat vor seinem 100. Geburtstag am 21.2.2018. Seit 1964 war Albert Kiefer Studienrat im Hochschuldienst und ab 1972 Professor für Kunstpädagogik am Institut für Kunstpädagogik. Er lehrte vor allem die Grundlagen des Gestaltens, wofür er ein besonderes, die künstlerische Individualität der Studierenden stärkendes System von Materialkästen entwarf und anwendete, sowie verschiedene fachdidaktische und schulpraktische Veranstaltungen. Auch nach seiner Pensionierung 1983 bot er bis 1997 regelmäßig und mit großem Erfolg bei den Studierenden Oberseminare zur „Ästhetischen Erziehung in Theorie und Praxis seit 1945“ an – eine Zeit, die er zunächst als Dorfschullehrer, reformpädagogisch engagierter Kunst- und Werkerzieher sowie als Rektor einer neu gegründeten Modellschule in Baden und dann in der Lehrerbildung in Hessen als wissenschaftlicher Zeitzeuge selbst mitgeprägt hatte. Albert Kiefer hat in seiner Autobiografie mit dem Titel „In Kriegs- und Friedenszeiten. Ästhetische Erziehung als Lebensaufgabe“ (2003) unter anderem die Jahre der Studentenbewegung Anfang der 1970er Jahre geschildert. Als damaliger Hochschullehrer versuchte er, sich den Argumenten der jungen Generation offen und verständnisvoll zu stellen und besprach u.a. Zeichnungen von Studierenden, die unter Drogen-Einfluss entstanden. 
Besonders beeindruckend waren seine Interpretationen der Kinder- und Jugendzeichnungen seines Sohnes Anselm. Der Sohn Anselm Kiefer (*1945) ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen lebenden Künstler. In den Lehrveranstaltungen wurde vorbildlich deutlich, wie die Auseinandersetzung mit den Zeichnungen des sensiblen Sohnes den bis dahin autoritär erziehenden Vater zur Selbstkritik und zur Überprüfung seines Erziehungskonzepts veranlassten. So gibt es wohl von kaum einem Künstler der Gegenwart ein so lückenlos dokumentiertes „Oeuvre“ beginnend mit den ersten Kritzelspuren. Bezüge zwischen „Früh- und Spätwerk“ werden vom Vater in der genannten Autobiografie mit dem Untertitel „Mit der erstmaligen Veröffentlichung der bildnerischen Entwicklung in Kindheit und Jugend des Sohnes Anselm Kiefer“ sehr einsichtig hergestellt. 
Am 21. März 2018 sprachen im Rahmen einer Gedenkfeier der Stadt Rastatt für Professor Albert Kiefer seine ehemaligen Kollegen Prof. em. Dr. Adelheid Sievert zu seinem Wirken als Kunstpädagoge und Prof. em. Dr. Otfried Schütz zu seinem künstlerischen Werk. Das Institut für Kunstpädagogik hat mit seinem Alumnus Albert Kiefer eine herausragende Persönlichkeit verloren. 

Adelheid Sievert und Georg Peez






Von Herrn Friedel Konietzny erhielt ich einen weiteren Nachruf, der sehr lebendig an ein
langjähriges Engagement von Professor Kiefer im Bistum Münster erinnert und dazu ein Bild, das
Albert Kiefer selbst von der „Wasserburg Gemen“, der Jugendbildungsstätte des Bistums Münster
vor Ort am 26.19.1990 gemalt hat (genaue Datierung auf der Rückseite).




Albert Kiefer: Wasserburg Gemen (1990)


Eine weitere traurige Nachricht erreichte mich erst nach unserem Treffen: Prof. em. Dr. Hans-
Jürgen Brandt ist am 26. Februar 2018 in Pulheim bei Köln nach kurzer schwerer Krankheit
verstorben. Am 18. Januar 2018 hatte Professor Spemann ihm noch telefonisch zu seinem 87.
Geburtstag gratuliert und mit ihm gesprochen. Auch Professor Schütz hatte noch öfter Kontakt mit
ihm gehabt.


Die folgenden Informationen finden sich glücklicherweise in dem kleinen Katalog zur „Ausstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts für Kunstpädagogik im Gästehaus der Johann Wolfgang-Goethe-Universität Ditmarstraße 4, 6000 Frankfurt/M.
29. September bis 17. November 1989“ (S.12):



Hans-Jürgen Brandt

Jahrgang 1931. 
Studium der Germanistik und der Körpererziehung in Leipzig.

1954-1962 Regie-Assistent, dann Regisseur in den Defa-Studios, Babelsberg.

1962-1969 Fernsehregisseur und Redakteur der Sender Stuttgart, München und Hamburg.

1969-1973 Studienseminar in Hamburg, Unterrichtsmitschau, stellvertretender Leiter; Gymnasium Langenhorn, Lehrer für Sport und Deutsch.

Seit 1973 Professor für Kunstpädagogik, Film und Fernsehen an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/M.
Theorieschwerpunkte: Geschichte des deutschen Spiel- und Dokumentarfilms, Theorie des Films und des Fernsehens, Medienpädagogik. Dissertation über den Dokumentarfilm des III.Reiches am Beispiel von Hippler, Noldan und Junghans.
Filme und Sendungen: 1962 „Christine und die Störche“, Kinderspielfilm, Co-Regisseur; „Flucht aus der Hölle“, Fernsehserie, Co-Autor; „Geboren unter schwarzen Himmeln“, Spielfilm, Co-Regisseur; 1963 „Großstadt am Nesenbach“, Fernsehdokumentation, Regisseur; „Gefährlich leben“, Kinderfilmserie, Regisseur und Autor; 1979 „Tycho Brahes Weg zu den Sternen“, Fernsehdokumentation, Autor; 1983 „Überall Musik“, Fernsehspiel, Regisseur und Autor; 1988/89 „Die JU 52 – ein Flugzeug erlebt Geschichte“, Fernsehdokumentation, Autor.“
Leider reichen diese Informationen nur bis zum Ende des Jahres 1989 und weitere Angaben liegen mir leider nicht vor, aber vermutlich – so auch meine Erinnerung – wurde Professor Brandt 1996 pensioniert, 1998 wurde diese Professur dann mit der neuen Widmung „für Neue Medien“ mit Dr. Birgit Richard neu besetzt. Vielleicht findet sich ja noch jemand, der diesen Abschnitt der Geschichte des Instituts sachkundig ergänzen kann und mag. 


Mit sonnigen Frühjahrgrüßen
Prof. em. Dr. Adelheid Sievert

Bericht zum 18. Alumni Treffen am 8. Februar 2018


Foto: Aline von der Assen


Liebe Ehemalige und Studierende des Instituts für Kunstpädagogik!

Unser 18. Alumni-Treffen hat am Donnerstag, den 8. Februar 2018 zum Abschluss des Wintersemesters 2017/18 stattgefunden – wieder betreut und bestens vorbereitet von Aline von der Assen.  Anschließend um 18 Uhr war diesmal wieder für alle Gelegenheit, an der Eröffnung der Jahresausstellung des Instituts in der Sophienstraße teilzunehmen. Zunächst berichtete ich über einige Alumni-Aktivitäten und Ereignisse seit unserem letzten Treffen im Sommer 2017:

Prof. Dr. Hanne Seitz, ehemalige Doktorandin, „Lehrkraft für besondere Aufgaben“ und Kollegin konnte bereits vor fast einem Jahr im März 2017 ihren 65. Geburtstag feiern. Ab dem WS1986/87 bis zu ihrer Berufung als Professorin 1994 an die Hochschule Potsdam hatte die Diplom-Pädagogin, die aus der spiel- und bewegungspädagogischen Kulturarbeit der Rhein-Main-Region kam, vor allem mit ihren Magisterstudierenden eigene Praxisprojekte für verschiedene kulturpädagogische Arbeitsfelder entwickelt und durchgeführt. Als „Grundlegung einer Bewegungsästhetik“ verfasste sie ihre Dissertation: Räume im Dazwischen. Bewegung, Spiel und Inszenierung im Kontext ästhetischer Theorie und Praxis. Essen: Klartext, 1996. Ihr Abschied als Professorin und zugleich der Umzug der Hochschule vom Alten Markt in Potsdam auf einen neuen Campus wurden von der ganzen Hochschule am 21. Oktober 2017 mit einem großen „Kehraus“ gefeiert! https://www.fh-potsdam.de/informieren/profil/25-jahre-fh-potsdam/kehraus/  

Anfang März 2018 kann auch Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender ihren 65. Geburtstag feiern, eine „Ehemalige“ und geborene Frankfurterin, die bei uns im Institut studiert hat – u.a. bei Prof. Kiefer und Prof. Schütz - und dann in den 1990er Jahren bis zu ihrer Berufung 2000 an die Universität Paderborn mit unterschiedlichen Lehraufträgen in unserem Institut gelehrt hat. In Paderborn wird sie noch bis zum Ende des nächsten Wintersemesters ihre Professur weiterführen. Vielleicht können wir sie danach hier einmal zu einem Alumni-Treffen begrüßen.

Im letzten Jahr hat Gunda Klöne, eine frühere Mitbegründerin der „FrauenKunstPädagogik“ und Pädagogische Mitarbeiterin im Kunstinstitut der Gießener Universität ihre Wohnung auf dem Unteren Hardthof verlassen, um in ein Seniorenstift umzuziehen. Aus ihrem sehr reichhaltigen Buchbestand habe ich mehrere Kisten mit Kunst- und Kunstdidaktikbüchern sowie zur „Frauenliteratur“ für uns mitgebracht, für die es beim Treffen auch schon einige Abnehmer*innen gab. Wir danken ihr dafür sehr herzlich und gratulieren nachträglich zu ihrem 80. Geburtstag Ende November 2017.

Am 4. Oktober 2017 wurde das Historische Museum Frankfurt nach dem Umzug in den Neubau mit einem überfüllten Pre-Opening feierlich wiedereröffnet und bei freiem Eintritt am folgenden Wochenende der Bürgerschaft übergeben. Zur Neuaufstellung im großen Dachraum des Neubaus der bisherigen „Bibliothek der Alten“ erschien als Begleitbuch herausgegeben von der Leiterin Angela Jannelli: „Die Bibliothek der Generationen. Offenes Archiv 2000-2105“.  An diesem Projekt waren und sind ja mehrere Ehemalige unseres Instituts beteiligt, insbesondere Jasmin Grünewald als langjährige Mitarbeiterin und als Mitautorin des Buches.

Am 17. Februar 2018 kehrt gerade auch das frühere „Kindermuseum Frankfurt“ mit seiner Leiterin Susanne Gesser (auch eine „Ehemalige“) nach fast zehnjährigem „Exil“ an der Hauptwache als „Junges Museum“ in das Historische Museum zurück – wir hatten die Einladung schon auf Facebook „Ehemalige des Kunstinstituts “ veröffentlicht.

Am Montag, den 9. Oktober 2017 eröffnete auch – endlich – im Foyer des PEG-Gebäudes auf dem Campus Westend die Vizepräsidentin Prof. Dr. Tanja Brühl die Ausstellung: „Ich bin Photographin“ Gisèle Freund als Studentin in Frankfurt, die eine Woche während der Buchmesse gezeigt wurde. Die von mir bereits mit dem letzten Bericht im August 2017 als „P.S.“ verschickte fehlerhafte und nicht mit allen Beteiligten abgestimmte Einladung zum 11. September bewirkte immerhin eine neue Terminierung, die wir dann wiederum noch gerade rechtzeitig verschicken konnten. Einige hat das leider nicht erreicht – dafür bitten wir Sie herzlich um Entschuldigung! 
Einige der neuen Plakate zur Ausstellung mit dem Foto „der Ausweiskarte des Inhabers (…) stud.rer.pol. Gisela Freund geboren in Berlin“ vom 24. April 1931 (Universitätsarchiv) schmückten bei unserem Alumni-Treffen Tisch und Wände. Gisela Freund studierte ab Winter 1929/30 für insgesamt vier Semester Soziologie an der Universität Frankfurt. Als Mitglied der Roten Studentengruppe Frankfurt fotografierte sie 1931/32 bei Kundgebungen zum 1. Mai in Frankfurt und in Worms. Die Wahl der Motive spiegelt sehr deutlich das politische Engagement und die Parteilichkeit der Fotografin. So zeigt sie mehrfach die „Rote Studentengruppe“ sowie Schülerinnen und Schüler der Annaschule, der „roten Anna“, aber auch eine Gruppe von Frauen mit dem Transparent „gegen den Schand-§ 218“ und ein anderes mit der Parole „Photographieren ist auch eine Waffe im Klassenkampf. Hinein in den Arbeiter-Fotografenbund“. (1)
Zur Ausstellung einer Auswahl dieser Fotografien und weiterem sehr interessantem Material aus dem Universitätsarchiv zitiere ich die Einladungskarte: „Die Goethe-Universität und das Universitätsarchiv Frankfurt zeigen einen Teil der für die Geschichte der Hochschule so wichtigen Bildquellen. Für diese Präsentation gibt es zwei Anlässe: Zum einen die Benennung eines Platzes auf dem Campus Westend nach der ehemaligen Studentin Gisela Freund und zum anderen die Schenkung eines kompletten Satzes von Abzügen der Aufnahmen von 1931/32 an das Universitätsarchiv durch das Stifterehepaar Dr. Martin und Margarethe Murtfeld.“



Die Vizepräsidentin Prof. Dr. Tanja Brühl eröffnet die Ausstellung
Foto: Georg Peez





Podiumsgespräch „Gisèle Freund als Studentin in Frankfurt“ mit PD Dr. Michael Maaser, Archivar der Goethe-Universität, Margarethe Murtfeld, Stifterin der Fotoserie von G. Freund, Prof. em. Dr. Adelheid Sievert, Dr. Marion Keller, Cornelia-Goethe-Centrum (v.l.n.r.)
Foto: Dieter Hoffmeister

Am Sonntag, den 28. Januar wurde im Elsass im Musée Würth France Erstein eine Retrospektive der Künstlerin Hélène de Beauvoir (1910-2001) eröffnet, an der ich auf Einladung von Frau Murtfeld teilnahm. Hélène de Beauvoir, die auch in Frankfurt mehrfach in der Galerie Hanna Becker vom Rath ausgestellt wurde, hatte, verheiratet mit einem Diplomaten, nach 20 Jahren weltweit unterwegs die letzten 40 Jahre ihres Lebens im Elsass gelebt und ist dort nicht nur als die jüngere Schwester von Simone de Beauvoir bekannt, sondern vielmehr als Künstlerin und engagierte Feministin – „Artiste et femme engagée“ – so der Titel der Ausstellung, die noch bis zum 9. September in Erstein gezeigt wird. (2)

Entwurf und Plakat von Hélène de Beauvoir für das erste  Frauenzentrum in Straßburg
Foto: Adelheid Sievert





Ganz druckfrisch überreichte Helga Franke-Schafarczyk Herrn Prof. Peez und mir je ein Exemplar ihrer Künstlermonografie Werkbuch  (dazu mehr im Anhang dieses Berichts!).


Helga Franke überreicht Prof. Peez und Prof. Sievert ihr Werkbuch
Foto: Aline von der Assen



Professor Georg Peez informierte wieder über aktuelle Entwicklungen im Institut für Kunstpädagogik, diesmal vorwiegend aus der Kunstdidaktik. So wurde die Stelle einer abgeordneten Lehrkraft aus der Schule im Sommer 2017 mit Dr. Miriam Schmidt-Wetzel neu besetzt, sie löst Stefanie Guter ab. Die Abordnungen können immer nur für maximal fünf Jahre erfolgen. Frau Dr. Schmidt-Wetzel betreut, sowohl die Schulpraktischen Studien als auch das Praxissemester für den Lehramtsstudiengang Gymnasium. Ihre Dissertation, die sie im Jahr 2016 publizierte, trägt den Titel: „Kollaboratives Handeln im Kunstunterricht: Eine qualitativ-empirische Untersuchung mit Praxisbeispielen“. Zum 1. April 2018 wird dann Dr. Petra Saltuari, die viele aus ihrem Studium oder durch ihre Lehraufträge bereits kennen, als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Nachfolge von Barbara Vogt antreten. Damit wird dann das Team im Bereich der Fachdidaktik wieder komplett sein, nachdem es in der Verwaltung diverse Verzögerungen bei der Besetzung gab. Barbara Vogt steht dem Institut glücklicherweise weiterhin als Lehrbeauftragte zur Verfügung. 

Zudem wurden bei Professor Peez zwei Promotionen abgeschlossen:
Trixi Tjadke Böttcher: Subjektives Erleben klientenzentrierter Kunsttherapie als Gruppenangebot im Kontext einer Brustkrebserkrankung. Empirische Falluntersuchungen. 2017.
Ahmet Camuka: Smartphones und Tablets in der Kunstpädagogik. Konzeption eines fachdidaktischen Modells zum Einsatz digitaler mobiler Medien im Kunstunterricht. 2017.
Bei Prof. Birgit Richard schlossen ab:
Katja Gunkel: #mood – Social Media und Konsumästhetik. Qualitativ-empirische Stilstudien bildbasierter mobiler Mediensoftware und deren Artefakte. 2017.
Alexander Tilgner: Indivisualisierung & Clashplay: Die Funktion des Avatars in neuartigen fankulturellen Praxen. 2018.


Am Montag, den 29.1.2018 hatten mein Mann und ich noch einmal Professor Albert Kiefer auf der Rückfahrt vom Museum Würth in seinem Haus in Rastatt-Niederbühl besucht. Seine Tochter Anne-Gertrud Kiefer hatte uns diesmal zu einem nahe gelegenen Restaurant zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Im Gespräch mit Herrn Kiefer über die Vorbereitungen für seinen bald bevorstehenden 100. Geburtstag wurde mir deutlich, dass er diesmal in einer sehr viel schlechteren gesundheitlichen Verfassung war als vor einem Jahr bei unserem letzten Besuch, über den ich im Sommer beim Alumni-Treffen ja noch ausführlich berichtet hatte. Auch Frau Kiefer bestätigte diesen Eindruck. Später erfuhren wir, dass Prof. Kiefer noch in der gleichen Woche am 2. Februar einen Schlaganfall erlitten hatte, von dem er sich zunächst überraschend gut erholte, sodass er Mitte Februar aus dem Krankenhaus wieder nach Hause entlassen wurde. Dort, in diesem vom Vater erbauten Elternhaus, das er in den letzten Jahrzehnten ganz nach seinen Bedürfnissen zu einem Künstlerhaus ausgestaltet hatte, ist er am 21. Februar 2018 genau einen Monat vor seinem 100. Geburtstag gestorben und dort auf dem Friedhof von Niederbühl wurde er Anfang März beerdigt (vgl. dazu die Pressemitteilung).




Für unser Alumni-Treffen hatte ich aus Anlass des bevorstehenden 100. Geburtstags eine Powerpoint Präsentation vorbereitet. In großen Teilen basiert sie in Text und Bild auf der Autobiografie von Albert Kiefer „In Kriegs- und Friedenszeiten. Ästhetische Erziehung als Lebensaufgabe“, die er mit 85 Jahren 2003 veröffentlichte (Verlag Dr. Korvac, Hamburg). „Mit der erstmaligen Veröffentlichung der bildnerischen Entwicklung in Kindheit und Jugend des Sohnes Anselm Kiefer“ so der Untertitel, verwies er zugleich auf ein besonders brisantes Motiv dieser Publikation, das nach seiner Pensionierung 1983 bis 1997 auch seine fachdidaktischen Lehrveranstaltungen bestimmt hatte. Offenbar ist heute die Generationenfrage nicht nur bezogen auf die beiden Kiefers aktuell: „Rückkehr der Väter. Familiäre Bindungen zwischen den Künstlergenerationen: Vermächtnis, Auftrag oder schiere Fortsetzung einer Tradition? fragte der Journalist und Kulturredakteur Michael Hübl und eröffnete damit dieses Forschungsfeld (Hübl 2016). Further research needed!
In Vorwort zu seiner Lebensgeschichte schreibt Albert Kiefer: „Einmalig ist mein Berufsweg nach dem zweiten Weltkrieg vom Schulhelfer zum Universitätsprofessor in Frankfurt am Main, wo ich bis zu meinem 80. Geburtstag schöne Zeiten erlebte, aber auch nervenaufreibende Jahre während der Studentenrevolte“ (Kiefer 2003, S.9). Doch verfasst er als alter Mann seine Biografie durchaus nicht als gradlinige Erfolgsgeschichte, eher als Dank an ein Schicksal mit unglaublichen Zufällen „in Kriegs- und Friedenszeiten“. Dabei wurde er selbst schon in Niederbühl bei Rastatt kurz vor dem Ende des 1. Weltkriegs in einer „Notzeit“ geboren, sein Vater überlebte den Krieg als „Schwerkriegsbeschädigter“, der seinen erlernten Beruf als Schreiner nicht mehr ausüben konnte. Nachwirkungen des 1. Weltkrieges, Inflation und beginnender Nationalsozialismus bilden die Rahmenbedingungen seiner Kindheit und Jugend, die ab 1937 mit Arbeitsdienst und anschließendem Wehrdienst unmittelbar in den Kriegsausbruch überging: „Prägend war vor allem die Zeit des Zweiten Weltkrieges, den ich von Anfang bis zum bitteren Ende ununterbrochen an der Front erlebt habe“ (ebd.). Mit Hilfe seiner Tagebücher sowie den etwa 2000 Briefen, die er und seine Frau einander geschrieben hatten und mit Bilddokumenten, insbesondere mit eigenen Zeichnungen und Fotos konnten verdrängte Inhalte wieder bewusst verarbeitet und fehlerhafte Erinnerungen korrigiert werden. Wie sein Sohn Anselm (geb. 1945) ohne eigene Erinnerungen an diese Kriegszeit Anfang 1944 geboren, bin ich sonst niemandem aus unserer „Vätergeneration“ persönlich begegnet, der sich so existentiell und beharrlich diskursiv dieser erlebten Kriegs- und Erziehungsgeschichte gestellt hat, schrieb ich schon im Januar 2011 in unserem Blog.
In meiner Bildpräsentation folge ich der Darstellung in seiner Autobiografie, die häufig auf einer Doppelseite seine eigenen Bilder denen des Sohnes Anselm Kiefer gegenüberstellt und damit visuell einen unmittelbaren Zusammenhang nahelegt. So z.B. mit drei Photos des Vaters in Uniform im Alter von 19-20 Jahren neben dem „Selbstbildnis in Vaters Uniform“ 1970 von Anselm Kiefer mit dem Hinweis des Vaters  „Reithose, Reitstiefel und Militärmantel, die ich während des Krieges in einem Bunker am Rhein, in Holland, Belgien, Frankreich und in Russland getragen habe, erhält Anselm, um ab 1969 seine ’Besetzungen’ durchzuführen.“ 





Albert Kiefer (2003) S. 20




Aber nicht nur in Bezug auf seinen berühmten Sohn begreift Albert Kiefer in seiner Biografie „Ästhetische Erziehung als Lebensaufgabe“. Als engagierter Lehrer, Schulleiter, Hochschullehrer und Dozent in der Weiterbildung nimmt er jede neue Aufgabe mit Begeisterung und reformpädagogisch motivierter Verantwortung wahr, ohne sich selbst dabei in den Mittelpunkt zu stellen. Charakteristisch für seinen subjektorientierten Unterrichtsstil sind u.a. die von ihm selbst gefertigten „Arbeitskästen“, die er in großer Zahl als „Selbstbildungsmittel zur Individualisierung der Lehre“ systematisch mit Aufgabenfolgen, Übungsbeispielen und Materialien z.B. als „Lehrmaterial für grundlegende Gestaltungsübungen für Anfänger und Fortgeschrittene“ in seiner 20jährigen Lehre am Institut entwickelt hatte. Da glücklicherweise diesmal unter den Anwesenden ehemalige Studierende und Kolleginnen waren, die auch diese Lehre von Professor Kiefer noch selbst erlebt hatten oder daran beteiligt waren, entwickelten sich dazu während der Bildpräsentation im Gespräch vielfältige biografische Zeitreisen. Da ich ihn vor allem in seinen Ausstellungen und seinem „Künstlerhaus“ erlebt habe, sah ich besonders den Zusammenhang zu seiner künstlerischen Arbeit mit Objektkästen und Materialbildern.


Albert Kiefer (2003): Beispiel für Arbeitskasten mit Arbeitsanleitung, 
S.198



Eine weitere Verbindung hatte ich zufällig in der aktuellen Ausstellung „Diorama“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt entdeckt. Eine Serie von großformatigen (109,5x156x65 cm) beleuchteten Objektkästen von Anselm Kiefer „Family Pictures 2013-2017“ war leider nicht in der Ausstellung präsent, sondern nur im ausliegenden Katalog. Meine Fotos aus diesem Katalog konnten nur ansatzweise zwei Beispiele wiedergeben, die jedoch m. E. eindeutig auf konkrete Erinnerungen und Fotos des Vaters Bezug nehmen: „ukrainian girls welcoming the german officer“ und „mater dolorosa“ (vgl. den Katalog: „Diorama“ Schirn Kunsthalle Frankfurt/Palais de Tokyo, Paris 2017).

Nach seiner Pensionierung 1983 hatte Professor Kiefer noch zehn Jahre regelmäßig fachdidaktische Oberseminare zur Ästhetischen Erziehung in Theorie und Praxis mit folgenden Erläuterungen im Kommentierten Vorlesungsverzeichnis (vgl. KVV,  SS 1997) durchgeführt:
“Auseinandersetzung mit verschiedenen Konzepten ästhetischer Erziehung und ihrer pädagogischen und therapeutischen Auswirkungen ab 1945:
a) in einer Dorfschule
b) in einer Stadtschule mit Verhaltensgestörten und Behinderten
Entwicklung des bildnerischen Gestaltens einer Künstlerpersönlichkeit (Anselm Kiefer) im Kontext der anthropogenen und sozio-kulturellen Einflußfaktoren.
Erarbeitung wichtiger Hinweise für die eigene spätere Praxis unter besonderer Berücksichtigung der therapeutischen Funktion der ästhetischen Erziehung.“
Im Gespräch diskutierten mehrere Alumni, die an diesen Seminaren selbst teilgenommen hatten, die damalige Wahrnehmung dieser Lehre von „konservativ, etwas verstaubt“ bis „beeindruckend authentische und selbstkritische Sicht auch auf eigene pädagogische Fehler“ aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln und historischen Perspektiven.

Eine weitere traurige Nachricht erreichte mich auch erst nach unserem Treffen: 
Irmgard Zoehrlaut, geb. am 20.8.1929 ist schon am 4.1.2018 nach sehr langer Krankheit im hohen Alter von 87 Jahren zu Hause in Darmstadt gestorben. Viel zu selten für ihren Wunsch nach Verbindung zu „ihrem“ ehemaligen Frankfurter Institut hatten wir immer mal wieder telefonisch Kontakt. Zuletzt hatte ich in meinem Bericht vor zwei Jahren  Grüße von ihr ausgerichtet. Beim Blättern in meinem „Alumni-Ordner“ fand ich folgende Information vom 14.7.2014 für Prof. Peez, der mich damals bei einem Treffen vertreten hatte:
„Ich hatte am 9. Juli mit Albert Kiefer (sic.) und Irmgard Zoehrlaut telefoniert. Irmgard Zoehrlaut (Tel…) war bis in die 80er Jahre Mitarbeiterin im Institut und hat sich dann auch weiterhin an den Vorbereitungen für die erste Tagung zur FrauenKunstPädagogik im September 1990 in Frankfurt beteiligt. Schülerzeichnungen zu “starken Frauen“, ich glaube zum Thema „Eine Frau steht ihren Mann“ waren dort in der Ausstellung präsent und haben meine Seminare zur Geschlechtsspezifik in Kinderzeichnungen noch lange bereichert – vielleicht erinnern sich einige daran…
Sie ist inzwischen 85 Jahre alt und durch entzündliches Rheuma praktisch ganz auf ihre Wohnung in Darmstadt eingeschränkt, obgleich sie uns Alumni unbedingt besuchen möchte und sich jedes mal sehr über unseren Bericht aus dem Institut freut! (Leider keine email – nur Briefpost möglich – aber auch schreiben kann sie krankheitsbedingt kaum!) Sie lässt alle, die sich an sie erinnern, ganz herzlich grüßen!“
So weit erst einmal dieser doch ein wenig schwierige Bericht von unserem letzten Treffen mit den leider notwendig gewordenen nachträglichen Ergänzungen zu Irmgard Zoehrlaut und Prof. Albert Kiefer. Weitere Ergänzungen und Erläuterungen finden sich im Anhang. 
Das nächste Treffen der Alumni-Initiative Kunstpädagogik findet vermutlich „wie immer“ am Ende des nächsten Semesters statt, der genaue Termin steht aber noch nicht fest, Sie können ihn dann rechtzeitig wie auch alle weiteren aktuellen Mitteilungen und Berichte der Alumni-Initiative direkt über unseren Blog abrufen und natürlich auch kommentieren.

Außerdem sind wir auch bei Facebook aktiv – Sie finden uns dort unter
“Ehemalige des Kunstinstituts Frankfurt a.M.“

Mit herzlichen Grüßen aus der “Kunstfabrik“

Prof. em. Dr. Adelheid Sievert

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 18. Treffens:
Aline von der Assen, Gaby Benz, Karin Böhmer-Kaminski, Dr. Kerstin Bußmann, Brigitte Groganz, Helga Franke-Schafarczyk, Andreas Helm, Patricia Janning, Jens Lay, Kerstin Lichtblau, Joachim Mennicken, Prof. Dr. Georg Peez, Angelika Schmidt-Herwig, Prof. Dr. Otfried Schütz, Prof. Dr. Adelheid Sievert.



Fußnoten

(1) Adelheid Sievert: „Aber vor allem muß man die Menschen lieben“: Die Fotografin Gisèle Freund. In: Marion Keller, Marianne Schmidbaur, Ulla Wischermann (Hg.): Ausschließende Einschließung?! Zur Geschichte von Frauen und Wissenschaft: Personen, Institutionen, Perspektiven. CGC online papers 1/2017, S.45-55. Download: http://www.cgc.uni-frankfurt.de/forschung/cgc-online-papers/
Vgl. alle Fotos in: Gisèle Freund: Fotografien zum 1. Mai 1932; Katalog Museum für Moderne Kunst. Frankfurt am Main 1995   

(2) Hélène de Beauvoir: Souvenirs, recueillis par Marcelle Routier. Paris 1987
Karin Sagner (Hg.): Hélène de Beauvoir: Souvenirs. Ich habe immer getan, was ich wollte. München 2014 
Renate Kroll: Um der Kunst willen… Betrachtung im Schreiben der Hélène de Beauvoir. In: Renate Kroll/Susanne Gramatzki (Hg.): Künstlerinnen schreiben. Berlin 2018, S.148-161  







Anhang




Werkbuch Helga Franke

Helga Franke hat ihren künstlerischen Vorlass aufgearbeitet: Sie zeigt in ihrem Werkbuch in acht Themenblöcken eine Bild-Text-Dokumentation ihrer wichtigsten Schaffensphasen. In ihrem grafischen Werk, ihren künstlerischen Projekten und in ihrer kunstpädagogischen Arbeit untersucht sie ästhetische, mentale und territoriale Grenzen.
Helga Franke (Helga Schafarczyk) studierte von 1973 bis 1977 Kunstwissenschaften und Anglistik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main mit Studienaufenthalten an den Universitäten Cambridge und Southampton. Ihr künstlerischer Schwerpunkt war Grafik/Druckgrafik bei Prof. Schütz, der 1974 auch das Studienprojekt Pappstadt wissenschaftlich betreute. Nach dem Studium war sie mit einigen Unterbrechungen bis 1990 am Kunstinstitut mit Übungsaufträgen bei Prof. Kiefer, dem Forschungsprojekt Kunsttherapie bei Prof. Spemann und mit Forschungsaufträgen am Institut für England- und Amerikastudien bei Frau Prof. Gompf betraut.
In Fortführung der Ideen von 1968 und den 70er Jahren gründete und leitete Helga Franke 1983 ein alternatives Kulturzentrum in den Taunusstädten Kelkheim und Bad Soden: Beuys-Kinder-Uni und KUNSTRAUM – Kunst, Philosophie, Sprache, wo ihre Grafikserien, Archive, Gestelle und Performances entstanden. Heute erarbeitet die Künstlerin, Kunstvermittlerin und Aktivistin mit Rudolf Sievers M.A., Herausgeber von 1968. Eine Enzyklopädie, Suhrkamp Verlag 2008, temporäre, partizipative Projekte im öffentlichen Raum: an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, an bestehenden Grenzen im Nahen Osten, im Occupy-Camp Frankfurt und auf der dOCUMENTA (13) in Kassel. Zur Visualisierung ihrer Themen Demokratiebewegungen, Grenze und Transit, Protestkultur, Feminismus, Ökologie entwickelt sie neue künstlerische Formate.
Helga Franke: Werkbuch. Künstlermonografie mit Werkverzeichnis // KANN-Verlag Frankfurt 2018 // ISBN 978-3-943619-13-3 // VP 29.80 €, Studierende 20.00 €, Rezensionsexemplare frei // Kontakt: HFS-Projekte hfs@helga-franke.de







Ein besonderes Farbenspektakel - und einzigartig in der Region. Siehe:

Die Kunstwerkstatt KuKuNaT setzt nach dem erfolgreichen Start mit „KuKuNaT macht BLAU“ (2006), „KuKuNaT sieht ROT“ (2008), „KuKuNaT scheint GELB“ (2010), „Kukunat ergrünt so GRÜN“ (2012) „Kukunat leuchtet ORANGE,“ ihre Farbenfestreihe mit LILA LAUNE KUKUNAT 2016 Ihre Farbenfestreihe SCHWARZ AUF WEIß 2018 fort.
Mit über 2500 Besuchern hat sich die Veranstaltung in der Region etabliert und das Konzept feierte in den vergangenen Jahren schon bedeutende bundesweite Preise zum Thema Bildung, Kunst und Kultur in kleinen Gemeinden.

Was wird nun SCHWARZ auf WEIß...? Im Grunde ALLES: Neben einer großen Ausstellung in den Stallungen und Gewölben der Bauernhöfe, die sich mit SCHWARZ und WEIß in all ihren Facetten auseinandersetzt, wird das Farbenthema sogar zum Klingen gebracht. Von Klassik bis Rock ist alles dabei Mitmach-Aktionen im großen Gartenareal laden jeden ein, sich kreativ auszuprobieren: Linoldruck, Filzen, Mosaik legen, Malen, batiken natürlich alles in SCHWARZ und WEIß. Das Farbenfest ist auch eine Entspannung der Sinne: Genießen Sie ein SCHWARZ oder WEIßes Getränk oder leckeres Essen (das Mohrnkopfbrötchen darf hier neben Lakritze als Nachtisch nicht fehlen) zurückgelehnt im Liegestuhl bei einer Partie Schach oder Dame oder lassen Sie die Füße im Bach baumeln. Es wird wieder eine Marktstraße geben, die Kunsthandwerk in SCHWARZ und oder WEIß anbieten sowie eine Tombola um das Farbenfest zu unterstützen. Das Farbenfest in SCHWARZ und WEIß ist einzigartig, da sich hier Gegensätze im Einklang befinden: Ob Alt oder Jung, bekannte wie unbekannte Künstler und Musiker, von Chormusik bis Rock, vom Kindergarten bis hin zu Schulen. Toleranz der Gegensätze, und das nur mit einer Farbe! 

Kommen Sie in SCHWARZ oder WEIß gekleidet. Von Gothik, Metall bis Yogaweiß oder wer hat packt eure verstaubten Brautkleider aus dem Schrank...
Das ist hier nun alles SCHWARZ auf WEIß beschrieben!

Mit Schwarz/Weißen Grüßen
Patricia Janning, KuKuNaT e.V.
PS: Eintritt frei aber Spenden erwünscht. um das Farbenfest ausrichten zu können.
Wenn ihr wissen wollt, was sich hinter dem Wort Kukunat versteckt!!!?? Kukunat im Interview bei Elena Schwenk im Studio Live ab 6 TV Mittelrhein Kunstwerkstatt, Farbenfest Kukunat und die Offene Bühne der Kulturscheune Kukunat...

http://tv-mittelrhein.de/…/mediathek_tvm/details_tvm.de.jsp…
kontakt@kukunat.de




Anstelle der geplanten offiziellen Feier zum 100. Geburtstagstag von Professor Albert Kiefer am 21. März 2018 , zu der sich bereits über 150 Gäste angemeldet hatten, fand zum gleichen Termin eine Gedenkveranstaltung der historischen Aula des früheren Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums statt, bei der wie zuvor schon geplant Professor Schütz und ich in Vorträgen an unseren ehemaligen Kollegen Professor Albert Kiefer erinnerten. 


Feierstunde im Andenken an Professor Albert Kiefer 
in der Aula des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums / Lyzeumstr. 11, 76437 Rastatt
Mittwoch, den 21. März 2018, um 18 Uhr 
J. S. Bach, Bourrée Nr. 1 (BWV 816) 
Begrüßung
Hans Jürgen Pütsch  Oberbürgermeister der Stadt Rastatt 
Zum Wirken von Prof. Kiefer als Kunstpädagoge
Prof. em. Dr. Adelheid Sievert, Institut für Kunstpädagogik der Goethe-Universität Frankfurt/M 
Zum künstlerischen Werk von Albert Kiefer
Prof. em. Dr. Otfried Schütz , Institut für Kunstpädagogik der Goethe-Universität Frankfurt/M 
Buchvorstellung
Dr. Wolfgang Müller-Ortstein, Berlin 
Freie Improvisation 
Musikalische Umrahmung: Ingrid Haarmann, Violoncello, Christoph Haarmann, Querflöte 
Im Anschluss an die Feierstunde besteht die Möglichkeit, die in der Jubiläumsausstellung „25 Kunst in der Fruchthalle“ in der Städtischen Galerie Rastatt ausgestellten Werke von Prof. Albert Kiefer zu besichtigen.
































































Am Sonntag, den 28. Januar wurde im Elsass im Musée Würth France Erstein eine Retrospektive der Künstlerin Hélène de Beauvoir (1910-2001) eröffnet, an der ich auf Einladung von Frau Murtfeld teilnahm. Hélène de Beauvoir, die auch in Frankfurt mehrfach in der Galerie Hanna Becker vom Rath ausgestellt wurde, hatte, verheiratet mit einem Diplomaten, nach 20 Jahren weltweit unterwegs die letzten 40 Jahre ihres Lebens im Elsass gelebt und ist dort nicht nur als die jüngere Schwester von Simone de Beauvoir bekannt, sondern vielmehr als Künstlerin und engagierte Feministin – „Artiste et femme engagée“ – so der Titel der Ausstellung, die noch bis zum 9. September in Erstein gezeigt wird.



























Ganz druckfrisch überreichte Helga Franke-Schafarczyk Herrn Prof. Peez und mir je ein Exemplar ihrer Künstlermonografie Werkbuch  (dazu mehr im Anhang dieses Berichts!).






















Professor Georg Peez informierte wieder über aktuelle Entwicklungen im Institut für Kunstpädagogik, diesmal vorwiegend aus der Kunstdidaktik. So wurde die Stelle einer abgeordneten Lehrkraft aus der Schule im Sommer 2017 mit Dr. Miriam Schmidt-Wetzel neu besetzt, sie löst Stefanie Guter ab. Die Abordnungen können immer nur für maximal fünf Jahre erfolgen. Frau Dr. Schmidt-Wetzel betreut, sowohl die Schulpraktischen Studien als auch das Praxissemester für den Lehramtsstudiengang Gymnasium. Ihre Dissertation, die sie im Jahr 2016 publizierte, trägt den Titel: „Kollaboratives Handeln im Kunstunterricht: Eine qualitativ-empirische Untersuchung mit Praxisbeispielen“. Zum 1. April 2018 wird dann Dr. Petra Saltuari, die viele aus ihrem Studium oder durch ihre Lehraufträge bereits kennen, als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Nachfolge von Barbara Vogt antreten. Damit wird dann das Team im Bereich der Fachdidaktik wieder komplett sein, nachdem es in der Verwaltung diverse Verzögerungen bei der Besetzung gab. Barbara Vogt steht dem Institut glücklicherweise weiterhin als Lehrbeauftragte zur Verfügung. 

Zudem wurden bei Professor Peez zwei Promotionen abgeschlossen:
Trixi Tjadke Böttcher: Subjektives Erleben klientenzentrierter Kunsttherapie als Gruppenangebot im Kontext einer Brustkrebserkrankung. Empirische Falluntersuchungen. 2017.
Ahmet Camuka: Smartphones und Tablets in der Kunstpädagogik. Konzeption eines fachdidaktischen Modells zum Einsatz digitaler mobiler Medien im Kunstunterricht. 2017.
Bei Prof. Birgit Richard schlossen ab:
Katja Gunkel: #mood – Social Media und Konsumästhetik. Qualitativ-empirische Stilstudien bildbasierter mobiler Mediensoftware und deren Artefakte. 2017.
Alexander Tilgner: Indivisualisierung & Clashplay: Die Funktion des Avatars in neuartigen fankulturellen Praxen. 2018.